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11.Dezember 1995

Früh war meine Mama bei ihrer Frauenärztin und danach Spezial-Ultraschall. Ein kurzer Abstecher und nachmittags war sie wieder zu Hause.
Geschafft wollte meine Mama eigentlich mal eher ins Bett und bekam stattdessen starke Blutungen. Die Wunsch-Kinderklinik riet meinen Eltern zur Fahrt mit dem Krankentransport in die Uni-Kinderklinik Leipzig wegen der Gefahr einer drohenden Frühgeburt. Und das in der 24. Schwangerschaftswoche.
Nach vielen Untersuchungen zum Glück Entwarnung, da keine Wehen messbar waren. Nun stand meiner Mama und mir für den Rest der Schwangerschaft ein Klinikaufenthalt bevor.
Der Grund für die Blutungen wurde bei einer der unzähligen Ultraschalluntersuchungen festgestellt. Die Placenta war porös und blutete aus den offenen Stellen.

16. Dezember 1995

Wegen Bauchschmerzen wurde meine Mama mit Zäpfchen und Wehenschreiber versorgt. Nach keiner Verbesserung wurde nochmal ein CTG geschrieben. 10 Minuten später war es soweit. Die Fruchtblase war geplatzt.

17. Dezember 1995

1:38 Uhr

Ich wollte nur noch raus, das war mir alles zu anstrengend.
Dann ging alles ganz schnell und alle waren begeistert als ich gleich losgeschrien habe. Ein kurzer Blick auf meine Mama und dann ging es ab auf die ITS. Dort wurde ich gemessen und gewogen und habe auch gleich einen Namen verpasst bekommen.

Ab jetzt heisse ich ganz offiziell M A X I M I L I A N. Ich bin ein Fliegengewicht von 745 g und ein Winzling von 36 cm.

I C H B I N A U F D E R W E L T !!!

Max im Inkubator


Bis 8:20 Uhr hat Mama dann versucht meinen Papa anzurufen. Aber trotz der wohlüberlegten Worte hat sie am Telefon erst mal einen Sturzbach fabriziert. Papa und Oma standen schon 20 Minuten später vor der vor Glück immer noch heulenden Mama.

Am ersten Tag wurde ein Bild von mir gemacht. A Star Was Born. Und schon beim zweiten Mal haben sich meine Eltern getraut mich anzufassen. Ein tolles Gefühl.

Die Geräuschkulisse in der ITS kann einem schon Angst machen. Ständig Gepiepe und Gehupe. ALARM. Ich habe mich ja ganz schnell daran gewöhnt. Was blieb mir auch übrig. Aber die Gesichter von meinen Eltern hättet Ihr sehen sollen. Zum Glück waren die Schwestern und Ärzte ganz toll und haben alles erklärt.

Eigentlich wussten Mama und Papa ja, dass die meisten Alarme keine richtigen ALARME waren, sondern nur Hinweise. Aber trotzdem sind sie fast jedesmal zusammengezuckt, wenn ich mal wieder einen kleinen Fehlalarm ausgelöst habe.

Und so vergingen die Tage. Mit mir ging es mal bergauf und mal bergab. Langsam habe ich angefangen ausser Tee auch leckere Milch zu trinken. Mama und Papa durften mich baden und mit mir kuscheln. Baden war nicht so toll, aber dafür war das Kuscheln doppelt so schön.

14. Januar 1996

Die ITS hat meine Eltern gründlich geschockt. Ich hatte mir einen Infekt eingefangen. Gottseidank hatten die Ärzte als Mama und Papa gekommen sind schon festgestellt, dass es nicht ganz so wild war. Ein Wermutstropfen blieb - Ich musste beatmet werden, von alleine habe ich es nicht geschafft. Aber da ich eine Kämpfernatur und dazu noch ein Sonntagskind bin, hatte ich auch dass bald überstanden.
Jetzt wuschen und wickelten Mama und Papa mich jeden Tag. Manchmal saßen meine Eltern auch nur so vor mir und haben mich angestaunt, so als hätten sie mich noch nie gesehen.

9. Februar 1996

Ein großer Tag in meinem jungen Leben. Ich bin das erste Mal Auto gefahren. Endlich werde ich auf die Kinderstation verlegt. Da ist es dann auch nicht mehr so laut, sagen meine Eltern.
Geschlagene 3 Stunden mußte ich allerdings noch auf den Krankentransport warten. Ruhig war es, da hatten Mama und Papa recht. Sauerstoff habe ich nur noch über einen Trichter in der Nähe meines Kopfes bekommen. Ich wiege jetzt schon 1420 g und es geht ans Mästen. Wenn ich mein ‘normales’ Geburtsgewicht erreicht habe, sagen die Ärzte, darf ich nach Hause.

Max im Inkubator 1


12. März 1996

22 Uhr klingelt zu Hause das Telefon, Anruf von der Stationsärztin. Mir ging es sehr schlecht. Tags darauf wurde ich wieder auf die ITS verlegt. Ursache für mein schlechtes Befinden war nicht klar. Nur dass ich mir mal wieder einen Virus geangelt habe. Erster Tag wahr total Stress. Sobald mich jemand berührt hat, wußte ich nicht mehr weiter und habe einfach aufgehört zu atmen oder wie wild getobt. Am zweiten Tag ging es mir schon wieder besser und am Freitag drauf durfte ich wieder mit dem Auto in die Kinderklinik fahren.
Jetzt durfte ich sogar ins große Bett (Wärmebett) und als Dankeschön habe ich auch wieder fleissig getrunken.

Max beim Trinken


4. April 1996

Endlich nach Hause. Obwohl, will ich das überhaupt? In meinem Wärmebettchen ist es so schön gemütlich. Wer weiß was mich zu Hause erwartet.
Natürlich mußte ich erstmal das ganze Haus zusammenschreien und laut verkünden, dass ich da bin. Naja, kann sein dass ich ein bischen übertrieben habe. Vielleicht hätte ich doch irgendwann mal aufhören sollen. Da wären meine Eltern bestimmt nicht am 3. Tag mit mir zur Notaufnahme gefahren, um sich zu vergewissern, dass mit mir alles in Ordnung ist.

10. Mai 1996

Heute habe ich schon 3320g gewogen. Ich bin schon ein richtiger Wonneproppen. Mittlerweile gehe ich auch regelmäßig zur Physiotherapie. Da ist es ganz lustig. Zuerst habe ich ja gedacht, Wunder was ich da machen muß. Aber eigentlich muß ich gar nichts machen, es wird alles mit mir gemacht. Meine Therapeutin dreht mich nur mal hierhin und mal dorthin und zeigt mir immer wieder meine Füße. Als ob ich die noch nie gesehen hätte.

Baby Max


17. Mai 1996

Heute bin ich operiert wurden, Hernie beidseitig. Habe es zum Glück hinter mir und schreien muß ich komischerweise auch nicht mehr. Nebenbei war auch noch die Augenärztin da, und hat festgestellt, dass meine Augen soweit in Ordnung sind und ich keine Medikamente mehr nehmen muß. Hoffentlich kann ich bald wieder nach Hause. Da ist es doch schöner.

23. Mai 1996

Ab heute bin ich nun endlich wieder zu Hause. Meine Eltern waren erst froh, dass sie mich wieder bei sich hatten. Meine Narben sieht man jetzt schon kaum noch, toll.
Aber ich glaube mir reichts erstmal mit Krankenhaus. Und Oma ist auch ganz happy. Jetzt will sie mich am liebsten gar nicht mehr loslassen.

Oma strahlt


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xxnoxx_zaehler

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xxnoxx_zaehler